Was ist Cytomegalie?

Die Cytomegalie ist eine Infektionserkrankung, die durch das Cytomegalovirus (CMV) verursacht wird. Das Cytomegalovirus gehört zu der Gruppe der Herpesviren. Nach der erstmaligen Infektion verbleibt das Virus, wie alle Herpesviren, lebenslang und meist ohne gesundheitliche Folgen im Körper, wie auch zum Beispiel der Erreger von Windpocken, das Varizella-Virus.

Der Name Cytomegalie leitet sich von der Eigenschaft des Virus ab, bei infizierten menschlichen Zellen eine charakteristische Zellvergrößerung zu bewirken (griech.: kytos = Zelle, megalo = groß). Das Virus wurde erst relativ spät, in den 50er-Jahren, entdeckt. Bis heute hat sich keine deutsche Bezeichnung für die Erkrankung durchgesetzt. Das Cytomegalovirus ist eines von acht humanen Herpesviren (HHV) und wird auch als HHV-5 bezeichnet.

Die Infektion verläuft in der Regel nur mit geringen Krankheitszeichen oder gänzlich unbemerkt. Sie kann jedoch in seltenen Fällen bei Ungeborenen, Frühgeborenen und ebenfalls bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem (beispielsweise nach Organtransplantationen, bei AIDS oder Tumorerkrankungen) zu schweren Krankheitsverläufen führen.

Das Cytomegalovirus ist weltweit verbreitet und kommt in den westlichen Industrieländern bei etwa 40 bis 70 Prozent der Bevölkerung vor, wie man aus Antikörperuntersuchungen weiß. In einigen Teilen Afrikas oder Asiens hat sogar die gesamte Bevölkerung die Infektion durchgemacht (das heißt, die Durchseuchungsrate in diesen Gebieten beträgt 100 Prozent).

Die Verbreitung des Virus steht zudem in engem Zusammenhang mit der Bevölkerungsdichte und den Lebensumständen. So kommen Frauen der Mittel- und Oberschicht seltener mit dem Virus in Kontakt. Deshalb weisen sie ein höheres Risiko als Frauen anderer Bevölkerungsschichten auf, sich vor oder während der Schwangerschaft erstmals zu infizieren. Nach durchgemachter CMV-Infektion ist eine Frau zumeist vor einer erneuten Infektion in der Schwangerschaft geschützt.